Intensiver Schlaf

erleichtert das Leben mit Demenz

Es ist eine wesentliche Erleichterung für Demenzkranke mit Schlafstörungen, zugleich aber auch für ihre pflegenden Angehörigen, wenn der Betroffene wieder besser schlafen kann. Besser heißt: Leichteres Ein- sowie tieferes und längeres Durchschlafen.
Die dadurch erreichte größere Erholung durch den nächtlichen Schlaf führt zu einer aktiveren Teilnahme am Tagesgeschehen und verringert den Pflegeaufwand deutlich.

Was Sie über Schlaf und Demenz wissen sollten

Rund zwei Drittel der derzeit ca. 1,3 Millionen Demenzkranken in Deutschland leiden unter Schlafstörungen. Damit verbunden ist eine Orientierungslosigkeit, die den Betroffenen Angst macht, zu Bettflucht führt und sie herumirren lässt. Wie kommt es dazu?

Schon nach wenigen Minuten verliert man das Körpergefühl

Demenziell Erkrankte verlieren bereits nach kurzer Zeit im Liegen ihre Körperwahrnehmung und damit die Basis ihrer Orientierung. Je mehr sie diese ‘Identität’ verlieren, desto unruhiger und angstvoller werden sie. Oftmals ist dies mit dem Drang verbunden, das Bett zu verlassen.
Sie vergessen, dass sie im Bett waren, wissen nicht mehr, wo sie sind, und wollen nur noch ‘nach Hause‘. Mit  Fortschreiten der Krankheit kommt diese Bettflucht in der Nacht häufig mehrmals vor.

Die Schlaf- und Wachphasen verschieben sich

Aufgrund des insgesamt zu geringen und damit nicht erholsamen nächtlichen Schlafes werden die Betroffenen tagsüber immer häufiger müde und  versuchen, dem durch wiederholte Nickerchen am Tag entgegen zu wirken. Damit verlieren sie die klare Zeitstruktur und ihre Desorientierung wird weiter verstärkt.

Im Schlaf liegt die Lösung

Grundsätzlich ist bekannt, dass ausreichend langer, tiefer und damit erholsamer Schlaf die  Regeneration der Physis sowie alle Wach-Aktivitäten beeinflusst.
Was passiert, wenn man ihn nicht hat, kann man sich ja ganz einfach vorstellen, wenn man daran denkt, was Schlafstörungen oder Schlafentzug schon beim gesunden Menschen bewirken: Unkonzentriertheit, Leistungsabfall, Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Desorientierung etc.
Ebenso ist Schlaf mitverantwortlich für die wichtige  Entsorgung von ‘Schlacken’ im Gehirn.

Schlaf entschlackt das Gehirn

Eine Studie der Universität Rochester, New York, zeigt, dass sich unser Gehirn im Schlaf von Abfallstoffen befreit, die sich tagsüber angesammelt haben. Dazu formen sich im Schlaf rund um die Nervenzellen winzige Kanäle, durch die der molekulare 'Müll' abfließen kann. Voraussetzung dafür sind mindestens 7 Stunden Schlaf.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Wie wichtig Schlaf für die körperliche und geistige Verfassung des Menschen ist, zeigen wissenschaftliche Studien. Sie belegen, dass es auf die Schlafqualität ankommt, und hier insbesondere auf ein Durchschlafen ohne Unterbrechungen, von entsprechender Dauer, wenn sich auch das Gehirn gut regenerieren soll.
In praktischen Fallstudien hat sich gezeigt, dass sich das Demenzrisiko durch zu kurzen Schlaf, Schlafstörungen und mehrmals unterbrochenen Schlaf erhöhen kann. Umgekehrt wurde die positive Wirkung von Schlaf für die mentale Erholung nachgewiesen.

Erholsamer Schlaf bei Alzheimer

Neurologen der Washington University in St. Louis beob­achteten bei Schlafstudien mit genetisch prädisponier­ten Labormäusen ähnliche Symptome wie sie bei Demenz-Kranken auftreten. Die beteiligten Wissenschaftler sind sich einig, dass Schlafstörungen die Demenzform Morbus Alzheimer entsprechend forcieren können, während erholsamer Schlaf das Gehirn vor Demenz-­Erkrankungen schützt.